Die erste Woche unterwegs...

Die erste Reisewoche liegt hinter uns und es fühlt sich noch nach Urlaub an… Dabei machen wir ja keinen Urlaub! Das haben wir auch schon vor dem Antritt unserer Reise immer wieder betont. Urlaub klingt ja so nach kurzzeitiger Erholung und Entspannung und davon sind wir weit entfernt. Der Gedanke, dass wir jetzt so ca. 300 Tage unterwegs sein wollen hat schon etwas Surreales und wird sich wohl erst in ein paar Wochen normalisieren. Dann machen wir uns vielleicht über solche Sachen keine Gedanken mehr (und noch über ein paar andere Dinge).

Die erste Woche liegt nun hinter uns und wir können von diesem Land hier nur schwärmen. Es hat gerade landschaftlich einfach unglaublich viel zu bieten. In den letzten Tagen haben wir die Kap-Halbinsel unsicher gemacht und (fast) alle Hotspots besichtigt. Ich könnte mich nicht entscheiden, wo es mir am besten gefallen hat. Sogar eine Walsichtung hatten wir schon (leider sehr weit draußen am Meer und vom Auto aus entdeckt). Meine Zweifel hier mit meinen mageren Schulenglisch und einer gewissen Redeblockade auch ohne meinen Mann zurecht zu kommen waren unbegründet. Kaum angekommen plappere ich einfach darauf los… Aber für die, die mich besser kennen ist das wohl keine Überraschung. Still, ruhig und leise bin und war ich nie. Und auch die Kinder überraschen mich, indem sie schon am ersten Tag wie selbstverständlich „bye-bye“ sagen, selbst unsere kleine Rosalie. Es ist einfach so toll zu sehen, wie schnell sich Kinder an neue Orte und Gegebenheiten gewöhnen.

Es bleibt ein einziger schaler Beigeschmack… Diese unglaubliche große Differenz zwischen arm und reich. Wenn man hier bei den Town Ships vorbei fährt und einfach diese Armut sieht. Am Camps Bay, einem der schönsten und teuersten Strandabschnitte bei Kapstadt hat mich ein kleiner Bub ca. im Alter von Paul angebettelt. Gleich daneben Lamborghinis und Porsches. Da habe ich ihm eine Banane gegeben. Ich wusste nicht wie ich mich verhalten sollte. Es war so ein beklemmendes Gefühl und ich ertappe mich in den letzten Tagen immer wieder, dass ich mich fast schäme, weil wir so viel haben und es uns so gut geht. Im Kopf wissen wir von unserem privilegierten Leben, nur ist das Elend in unseren „normalen“ Leben meist weit von uns entfernt. Hier spüre ich es hautnah an fast jeder Straßenecke. Ich versuche mir ein besseres Gewissen zu machen, indem ich mir sage, dass wir als Touristen Geld ins Land bringen und Arbeitsplätze schaffen… ein kleiner Trost.

Trotzdem geht es weiter und wir verlassen die Kap-Halbinsel in Richtung Osten nach Hermanus. Wo ich hoffe, meinen großen Traum wahr zu machen und Wale beobachten zu können. Danach geht es die Garden Route entlang.

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